... wie man sich selbst erkannt hat.
Dahinter aber steht ein hämisch Gesicht.
Man könnte anders sein - wenn man anders sein könnte.
aus: Vor Jahr und Tag, 1907 


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Willkommen auf Wilhelm-Holzamer.de

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Der Schriftsteller Wilhelm Holzamer (28. März 1870 - 28. August 1907), in Nieder-Olm/Rheinhessen geboren und in Berlin gestorben, arbeitet zunächst als Lehrer in Heppenheim, danach als Kabinettsbibliothekar und 1901 als Leiter der Darmstädter Spiele auf der Mathildenhöhe in Darmstadt und schließlich als Kulturkorrespondent deutscher Zeitungen und freier Schriftsteller in Paris und Berlin.

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Sylvester

Verlöschende Lichter! - Ich zage nicht. -
Die Lampen verglühn und die Kerzen.
Nun will ich die Wunden verschmerzen,
Die Fackel entzünden zu neuem Licht.
 
Ich halte sie hoch: - Weit, weithin fließt
Der purpurne Schein, der glühe,
Und leutet zur morgenden Frühe,
Wie mein Herz sich zu leuchtenden Thaten entschließt ...

 

Wilhelm Holzamer
Zum Licht!
Gedichte.
Schuster & Loeffler, Berlin 1897, S. 148
Beitrag von Dr. Katharina Weisrock
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Dezembermorgen

Am Fenster steh ich.- Eine Ecke des Himmles,
Mattblau wie Seide,
Mit zarten, weißen, glänzenden Flocken
Hebt sich wie ein Baldachin
Über das Dunkel waldiger Berge.
 
Und wie von verborgenem Lichte
Breitet sich strahlende Helle,
Glänzig werden die Flocken,
Wie frischer Eierschaum.
Wie schillernde Opale.
 
Und ich ahne, die Sonne kommt,
Und schaue,
Bis mich ein Strahl trifft,
Ein siegender, leuchtender, warmer Strahl ...
Ich schaue und schaue ...
 
Fern, weit fern
Fliegt unter dem Himme ein Rabe,
Und mir ist,
Als hör ich sein höhnendes Krächzen.
Aber ich schaue und schaue
Und wart auf die Sonne. - -

Die schaumigen Flocken fliegen zusammen,
Es ballt sich ein grauer Haufen,
Und der graue Haufe.
Verschüttet die blaue Seide ...
Und -
Ich schaue und schaue
und wart auf die Sonne - - -
 
Wilhelm Holzamer
Zum Licht!
Gedichte.
Schuster & Loeffler, Berlin 1897, S. 12-13 
Beitrag von Dr. Katharina Weisrock
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Später Herbst

Stille umschattet den Hain -
heimlich löst sich ein Blatt,
das noch im kahlen Geweig
Träume des Sommers geträumt.

Leise nun fährt es dahin,
leise in fächelnder Luft,
bis auf dem Bänkchen am Weg
sanft es zur Ruhe sich wiegt.
 
Schweigen betaute die Welt,
Friede umfing ihren Schlaf -
nur im verbrogenen Grund
flüstert ein Quell noch und weint.

 

Wilhelm Holzamer
Gedichte
Aus dem Nachlaß hrsg. von Nina Mardon-Holzamer
Egon Fleischel & Co., Berlin 1912
Beitrag von Dr. Katharina Weisrock
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Holzamer weltweit - Leseorte im Bild

Es gibt ungewöhnliche Orte, an denen man auch (rhein)hessische Autoren lesen kann. Nicht immer muß man derart weit reisen wie in das Mekong-Delta nach Vietnam, um sich in die Lektüre von Wilhelm Holzamers Roman Vor Jahr und Tag zu vertiefen.

 

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Wegwarte - Gedicht von Wilhelm Holzamer

Die Wegwarte - Blume des Jahres 2009Wegwarte (Cichorium intybus)

Blume des Jahres 2009

ausgewählt von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt

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